GRÜNE wollen Schulnotstand mit intelligenten Maßnahmen begegnen
Gerit Thomas: “Wir brauchen nachhaltige Lösungen statt Flickschusterei”
Gegen überhastete Konzepte bei der Lösung des Notstandes bei Klassenräumen wollen sich die Dresdner GRÜNEN stark machen. Die AG Schule der Dresdner Bündnisgrünen entwickelt gerade ein Konzept, das „einerseits eine Lösung für den fehlenden Schulraum an Grund- und Mittelschulen sowie Gymnasien aufzeigt, andererseits aber ein Gegenmodell zu überhasteten Forderungen nach Schulneugründungen darstellt,“ so die Sprecherin der Grünen Fachgruppe und künftige Stadträtin Gerit Thomas.
„Eine Schule neu zu gründen heißt nicht einfach: Haus auf, Lehrer rein, Schüler rein sondern ist mit vielen bürokratischen und pädagogischen Problemen verbunden. Es braucht seine Zeit, ehe eine Schule ‚auf Betriebstemperatur` ist. Wir brauchen nachhaltige Lösungen, keine Scheinlösungen, keine Flickschusterei, das hatten wir lang genug und die Folgen fallen uns gerade auf die Füße."
Die GRÜNEN fordern deshalb, zuerst muss zwingend eine ungeschönte und realistische Analyse erfolgen: Welcher Bedarf besteht konkret in den nächsten Jahren in welchem Stadtteil an welcher Schulart für wie lange? Welche tatsächlichen Kapazitäten haben wir an den Dresdner Schulen in jedem einzelnen Schuljahr an jeder einzelnen Schule?
Dann muss an den bestehenden Schulstandorten die Ausweitung der Kapazitäten geprüft werden, sei es durch temporäre Lösungen oder dadurch, dass die tatsächliche Kapazität einer Schule den Kindern und Jugendlichen zur Verfügung steht.
Danach muss man entscheiden: Erweiterung der vorhandenen Schule oder Neugründung. „Zusätzliche Schulräume, die an die bestehenden Organisationsstrukturen von Schulen angegliedert sind, sollten Vorrang haben,“ so die GRÜNE Schulpolitikerin, die als langjährige Vorsitzende des Kreiselternrates den offensichtlichen Versäumnissen des Schulverwaltungsamtes mit Unverständnis begegnet. „Kinder werden nicht als Schulkinder geboren. Die Stadt hätte lange genug Zeit gehabt, sich den potenziellen Nachfragen aufgrund der Geburtenentwicklung zu stellen. Leider hat der Schulentwicklungsplan keine lösungsorientierte Fortschreibung erfahren. Jetzt ist das Problem akut.“
Nach dem Willen der GRÜNEN sollten allerdings Schulneugründungen nur dann in Betracht kommen, wenn die zu erwartenden Schülerzahlen „langfristig eine solche Gründung rechtfertigen. Eine Grundschule mal eben für 8 Jahre oder ein Gymnasium für 12 Jahre zu eröffnen ist aus pädagogischer – und wirtschaftlicher Sicht – unverantwortlich. Bildung braucht langfristig Stabilität und Sicherheit,“ so Gerit Thomas. Die Unterbringung von Schülern in stillgelegten Schulen sehen die GRÜNEN kritisch. „Die meisten infrage kommenden alten Schulgebäude weisen einen extrem hohen Sanierungsbedarf aus. In solchen Gebäuden dürfen Schüler nicht unterrichtet werden, jedenfalls nicht, wenn diese Einrichtungen nicht von Grund auf saniert werden.“ Darin liegt allerdings für die GRÜNEN die Krux des Problems. Gerit Thomas: „ So notsanierte Schulen mit einem auf die Schnelle zusammengewürfelten Team aus abgeordneten Lehrern können für die Schüler schlechtere Alternativen darstellen, als die von der Verwaltung bevorzugten Schulcontainer. Außerdem sind viele der stillgelegten Schulen gerade da, wo weniger Kinder sind. Und die Schüler durch quer durch die Stadt schicken ist mit uns nicht zu machen.“ „Am Ende“, so die Schulpolitikerin, „ geht es uns primär um das Wohl der Kinder. Die Schulpolitik eignet sich nicht für parteipolitisches Schaulaufen.“