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13. Februar in Dresden PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 14. Januar 2010 um 12:37 /

Gegen Geschichtslügen – für ein würdiges Gedenken

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Dresden wenden sich entschieden gegen die Vereinnahmung des Gedenkens an die Opfer des Bombenangriffs auf Dresden am 13. Februar 1945 durch Rechtsextremisten.

Der 13. Februar wird alljährlich von der rechtsextremistischen „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ dazu missbraucht, mittels Massenkundgebungen geschichtsverfälschende Positionen zu verbreiten. Diese Aufmärsche sind gleichzeitig Vehikel für die Propaganda der Nazipartei NPD. Daran beteiligen sich nicht nur Rechtsextremisten aus ganz Deutschland, sondern aus ganz Europa. Die in Dresden stattfindenden Nazidemonstrationen zählen mittlerweile zu den größten Aufmärschen von Rechtsextemisten in Europa. Das nehmen wir als demokratisch gesinnte Dresdnerinnen und Dresdner nicht länger hin!

Es muss Schluss sein mit der gängigen Einschätzung, dass der Bombardierung Dresdens eine besondere Einzigartigkeit zukommt, die für die Bombardierungen anderer deutscher und europäischer Städte nicht gegeben sei! Wer die Dresdner Opfer politisch missbraucht, verhöhnt sie. Wer die Luftangriffe auf Dresden zum Mythos machen will, verhöhnt darüber hinaus alle Opfer des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Wir unterstützen die vielfältigen friedlichen Proteste gegen den zu erwartenden Aufmarsch der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ und rufen die alle Demokratinnen und Demokraten auf, sich daran zu beteiligen:

Menschenkette "ERINNERN - MAHNEN - HANDELN"

Gemeinsam mit einem breiten Bündnis Dresdner Organisationen und Institutionen - auch BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - ruft Oberbürgermeisterin Helma Orosz alle Bürgerinnen und Bürger auf, in würdiger Weise der Opfer des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges, der von Deutschland ausging, zu gedenken. Sie bittet alle Bürgerinnen und Bürger, sich am 13. Februar in eine Menschenkette unter dem Motto „Erinnern und Handeln“ einzureihen. Nach bisheriger Planung ist folgender Verlauf geplant: Altmarkt – Seestraße – Dr.-Külz-Ring – St. Petersburger Straße – Synagoge. Die Menschenkette beginnt mit einer Rede der Oberbürgermeisterin um 13 Uhr vor dem Rathaus.

Aufruf und weitere Informationen unter
http://www.13februar.dresden.de

Friedensgebete aller Menschen guten Willens

Mit einem Aufruf zu einem Friedensgebet für „alle Menschen guten Willens“ unter dem Motto „Am 13. Februar 2010 in Dresden – Erinnern und Handeln“ haben sich die vier leitenden Geistlichen Dr. Salomon Almekias-Siegl, Jochen Bohl, Friedbert Fröhlich und Joachim Reinelt sowie u. a. der Präsident der Akademie der Künste Klaus Staeck, Dr. Andreas Nachama (Direktor der Stiftung Topographie des Terrors), Volker Beck (MdB, Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), zahlreiche EKD-Synodale sowie PfarrerInnen und TheologInnen aus Sachsen und dem gesamten Bundesgebiet an die Öffentlichkeit gewandt. Sie rufen auf zum „Gebet für Frieden und Menschenwürde“ und „sicht- und hörbarem Widerstand gegen extrem rechte Aufmärsche“ auf. Die Friedensgebete werden von verschiedenen Stationen in Dresden zu der geplanten Menschenkette hinführen.

Aufruf und weitere Informationen unter
http://www.asf-ev.de/aktuelles/nachrichten/2010/12010/am_13_februar_2010_in_dresden_erinnern_und_handeln/

"Nazifrei! Dresden stellt sich quer!" - ziviler Ungehorsam mit Massenblockaden gegen den Naziaufmarsch

Das Bündnis "Nazifrei! Dresden stellt sich quer!" ruft zur Blockade des rechtsextremen Aufmarsches auf. Was in Jena, Köln und Berlin bereits erfolgreich war, soll auch in Dresden gelingen. „Dieses Ziel eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg. Wir sind bunt und wir stellen uns dem braunen Mob in den Weg. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen“, heißt es im Aufruf. Unterstützer des Aufrufs "Nazifrei! Dresden stellt sich quer" sind Musiker, wie Bela B (Die Ärzte), Konstantin Wecker, die beiden sächsischen Bundestagsabgeordneten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Monika Lazar und Stephan Kühn, Abgeordnete von SPD und Die Linke, Gewerkschaftssekretäre und Pfarrer.

Aufruf und weitere Informationen unter
http://www.dresden-nazifrei.de Neu: http://www.dresden-nazifrei.com

 
Nachruf für Achim Weber PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 13. Januar 2010 um 22:45 /

Dresden hat einen großen Umweltschützer verloren

Tief betroffen hat der Kreisverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dresden von dem Tod seines Mitgliedes Achim Weber in der Nacht des 4. Januar am vergangenen Donnerstag erfahren. Mit Achims Tod verliert die grüne Bewegung in Dresden einen langjährigen und unermüdlichen Mitstreiter, der für viele zu einem echten Freund geworden ist.

In über 25-jähriger Arbeit hat Achim in nimmermüder Arbeit ein grünes Netzwerk geschaffen, das weiterzupflegen uns Verpflichtung ist.

Bereits in den achtziger Jahren arbeitete Achim Weber im ökologischen Arbeitskreis der evangelischen Kirche in Dresden aktiv mit und legte damit einen Grundstein für die verschiedenen Initiativen, aus denen die Antiatombewegung und die Gründungen des Kreisverbandes BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der GRÜNEN LIGA Sachsen, dessen Gründungsmitglied Achim ist, hervorgingen.

Als Mitglied der Antiatombewegung erfasste und dokumentierte Achim in seiner ihm eigenen Gründlichkeit und Beharrlichkeit die Häufung von Leukämieerkrankungen rund um das Rossendorfer Kernforschungszentrum, organisierte und beteiligte sich an den Protesten gegen die Transporte der radioaktiven Brennstäbe nach Ahaus.

Der Erhalt des Landschaftsschutzgebietes Feuchtwiesen in Weißig war eine weitere Station in Achims unermüdlichem und leidenschaftlichem Einsatz für die Schutzgüter in Dresden. Dabei scheute er weder die unmittelbare Auseinandersetzung mit dem damaligen Bürgermeister noch mit den anrückenden Baumaschinen. Stets kämpfte Achim weiter, wenn andere schon resignierten.

Seine besondere Liebe galt dem Dresdner Elbtal. Dessen Schutz und Erhalt lagen ihm am Herzen. Wandte er sich Anfang der Neunzigerjahre gegen überdimensionierte Bauvorhaben am Elbhang oder gegen die A 13, waren es schon bald der Widerstand gegen den Bau der Waldschlößchenbrücke und der Erhalt des UNESCO-Welterbes Dresdner Elbtal, die sein gesamtes Engagement in Anspruch nahmen.

Was Achim in diesen Jahren bewegte und leistete, verdient unsere uneingeschränkte Anerkennung. In seiner selbstlosen Art verband er Menschen aus verschiedensten Kreisen und Initiativen der Kultur, Wissenschaft, Politik und Bürgerschaft zur größten Bürgerbewegung seit den Ereignissen von 1989. Der Kreisverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und die GRÜNE LIGA Sachsen als Teil dieser Bewegung und als konsequente Gegner dieses Verkehrsbaus standen Achim dabei zur Seite. Er wurde zur Leitperson für viele, die sich dieser Bewegung anschlossen.

Achims Verdienste liegen insbesondere in der Unterstützung der Bürgerinitiativen, dem Organisieren der Einwendungen im Planfeststellungsverfahren, dem Gerichtsverfahren der Naturschutzverbände gegen den rechtswidrig erteilten Planfeststellungsbeschluss und der Koordinierung der Demonstrationen für den Erhalt des Dresdner Welterbes.

Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Der Verlust, den unser Kreisverband mit Achims unerwartetem Tod erlitten hat, ist nur zu ahnen.

Unser Beileid gilt Achims Familie und Angehörigen. Wir fühlen mit ihnen.

Lieber Achim, in unseren Herzen lebst du weiter.


Wir laden alle Mitglieder, Freunde und Bekannten Achims zur gemeinsamen Gedenkfeier der Initiativen und Verbände am 20. Januar um 19.00 Uhr in die Dreikönigskirche ein.

Der Vorstand des Kreisverbandes BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dresden am 13. Januar 2010
 
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